Vortritt für Kröten und Frösche – Eigental ab Freitag nachts gesperrt

01.03.2012 - Medienmitteilung

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Ab Freitag, 2. März 2012, sind im Eigental die Strassenverbindungen Birchwil-Oberembrach und Birchwil-Gerlisberg wiederum während fünf bis sieben Wochen zwischen 18 Uhr und 8 Uhr für den Verkehr gesperrt. Die Sperrung dient dem Schutz der Kröten und Frösche, die zum Eigentalweiher wandern, um dort zu laichen. Auch an anderen Amphibienzugstellen im Kanton erfolgen temporäre Strassensperrungen. An rund 45 weiteren Orten tragen freiwillige Helferinnen und Helfer die Amphibien nachts über die Strassen.

Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang erwachen in diesem Jahr die ersten Kröten und Frösche aus ihrer Winterstarre. In den nächsten Tagen und Wochen werden sie wieder in Scharen auf Hochzeitsreise gehen. Überall dort, wo ihre Wanderrouten Strassen queren, sind Schutzmassnahmen erforderlich, damit die Amphibien nicht Opfer des Verkehrs werden.

Es empfiehlt sich, das Eigental in den kommenden Wochen nachts grossräumig zu umfahren. Die Achsen Oberembrach–Birchwil (Eigentalstrasse) und Gerlisberg–Birchwil sind zwischen 18 Uhr und 8 Uhr für den Verkehr gesperrt. Tagsüber sind die Strassen normal befahrbar. Die Sperrung ist an allen Zufahrtsstrassen ausgeschildert.

Für eine gefahrlose Hochzeitsreise

Das Eigental ist eines der bedeutendsten kantonalen Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Im Tal leben Tausende von Erdkröten und einige Hundert Grasfrösche. In einem eindrücklichen Naturschauspiel wandern diese Tiere in den kommenden Wochen aus den umliegenden Wäldern, wo sie überwintert haben, allein oder bereits als Huckepack zu zweit in den Eigentalweiher. Dort legen sie ihre Eier ab und sorgen so für Nachwuchs. Unmittelbar anschliessend wandern sie zurück in ihre Sommerlebensräume. Dank der Strassensperre können sie dies gefahrlos tun.

Langjährige Tradition

Die Strassensperrung im Eigental ist in der Bevölkerung breit akzeptiert und erfolgt bereits zum 13. Mal. Die Projektleitung liegt bei der Fachstelle Naturschutz der Baudirektion Kanton Zürich. Sie arbeitet in der Umsetzung eng mit den Anstössergemeinden Kloten, Nürensdorf und Oberembrach und dem Naturschutz Bassersdorf Nürensdorf NBN zusammen. Zahlreiche Helferinnen und Helfer, die sich oft schon seit vielen Jahren engagieren, öffnen respektive schliessen zweimal täglich die Schranken oder die Durchgänge im Amphibienzaun.

Durchgehende Sperre

Auch wenn es in den nächsten Wochen nochmals kalt werden und die Wanderung der Kröten und Frösche zwischenzeitlich zum Erliegen kommen sollte, bleibt die Sperrung bestehen. Denn es ist oft sehr schwierig, mit Sicherheit vorauszusagen, in welchen Nächten keine Amphibien wandern. Die klare Regelung soll überdies verhindern, dass Automobilisten vor der geschlossenen Schranke stehen, weil sie hoffen, die Sperrung sei unterbrochen.

Achtung: Wanderungen im ganzen Kanton

Strassensperrungen zum Schutz von wandernden Amphibien werden auch an den folgenden Stellen im Kanton Zürich durchgeführt:
(Tabelle siehe Anhang)


In Elgg und Rickenbach erfolgen die Sperrungen in diesem Jahr zum ersten Mal.

An rund 45 weiteren Zugstellen stellt der Unterhaltsdienst der Fachstelle Naturschutz 20 Kilometer temporäre Amphibienzäune auf. Eine grosse Zahl von freiwilligen Helferinnen und Helfern, meist von lokalen Natur- und Vogelschutzvereinen, tragen hier die Amphibien nachts über die Strasse. Ohne diese Freiwilligen wäre der Schutz der Amphibienwanderung vor dem Verkehr nicht zu gewährleisten.

Erdkröte
Bildautor: Harald Cigler, Affoltern a.A.

Grasfrosch-Paar, Männchen oben, Weibchen unten
Bildautor: Harald Cigler, Affoltern a.A.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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