Für die Lebensqualität im Kanton: Effort beim Naturschutz nötig

03.04.2017 - Medienmitteilung,Medienkonferenz (Video)

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Lichte Wälder bieten Lebensraum für seltene Arten wie den Gelbringfalter (Lopinga achine) (Foto: Marguerite Widmer - Stünzi)

Der Regierungsrat hat den von der Baudirektion verfassten Bericht «Naturschutz-Gesamtkonzept: Bilanz 2015 und weiter Umsetzung» verabschiedet und die Direktion beauftragt, das Konzept im Sinn des Umsetzungsplans und der Erwägungen weiter voranzutreiben. Der Fokus soll dabei auf fünf Schwerpunkte gelegt werden.

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Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 3. April 2017

Aussichtssteg am Greifensee (Foto: Andreas Baumann)
Aussichtssteg am Greifensee (Foto: Andreas Baumann)

Der Schutz kostbarer Naturlandschaften und seltener Arten trägt viel zur hohen Lebensqualität im Kanton Zürich bei. Dies hat der Regierungsrat bereits 1995 erkannt und das Naturschutz-Gesamtkonzept festgesetzt. Vieles ist inzwischen erreicht. Doch vieles bleibt auch noch zu tun. Dies zeigt die Bilanz nach 20 Jahren. Ein zusätzlicher Effort ist nötig – auch, um mehr Bundesgelder für den Naturschutz zu erhalten.

Als der Regierungsrat 1995 das Naturschutz-Gesamtkonzept festsetzte, übernahm er damit eine Pionierrolle in der Schweiz. Schon damals war dem urbanen Kanton Zürich der hohe Wert einer vielfältigen Natur in besonderem Masse bewusst. In einer Welt, die immer stärker vom Mensch geprägt ist, wird die Natur dringend gebraucht – zum Ausgleich und als Erholungsraum. Intakte Naturräume sind heute ein wichtiger Pfeiler der hohen Standortattraktivität des Kantons Zürich. Diese Gebiete zu schützen, sichert heutigen und kommenden Generationen eine unwiederbringliche Ressource, die von vitaler Bedeutung für den Menschen ist. Eine spezielle Verantwortung trägt der Kanton Zürich als grosser Mittellandkanton für besonders artenreiche Lebensräume wie Moore, Trockenwiesen und Auen – und damit verbunden für spezifische Arten, die dort leben.

Druck auf die Natur nimmt weiter zu

Lichter Wald am Langnauer Berg (Foto René Bertiller)
Lichter Wald am Langnauer Berg (Foto René Bertiller)

Nach 20 Jahren hat die kantonale Fachstelle Naturschutz eine Bilanz über die Zielerreichung des Naturschutz-Gesamtkonzepts gezogen. Dabei zeigte sich, dass das Konzept Wirkung entfaltet und dass seine Ausrichtung stimmt. Dies wurde auch von den beigezogenen wissenschaftlichen Experten bestätigt. Mittlerweile sind 50 Prozent der im Jahr 1995 gesteckten Ziele erreicht. Doch die Bevölkerung nimmt weiter zu und die Ansprüche an Mobilität und Wohnfläche steigen laufend. Durch die intensive Flächenbeanspruchung und den fortschreitenden Flächenbedarf steigt der Druck auf die Natur kontinuierlich. Die Zielerreichung hat sich dadurch in letzter Zeit verlangsamt. Der Umsetzungsplan 2017-2025, welcher die Bilanz ergänzt, sieht darum vor, dass sich der Kanton Zürich im Naturschutz künftig noch mehr als bisher auf Schwerpunkte fokussiert (siehe «Mehr zum Thema»). So soll mit den vorhandenen Mitteln eine möglichst grosse Wirkung für Natur und Mensch erzielt werden.

Investiertes Geld schafft Arbeitsplätze

Der Regierungsrat nimmt zur Kenntnis, dass massgeblich mehr Mittel nötig sein werden, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Die Baudirektion wird diese Gelder im Rahmen des regulären Budgetierungsprozesses beantragen. Investiert der Kanton mehr Mittel in den Naturschutz, profitiert er auch von zusätzlichen Geldern, die der Bund Kantonen zur Verfügung stellt, die sich verstärkt für den Erhalt der biologischen Vielfalt engagieren. An der Medienkonferenz rief Regierungsrat Markus Kägi ausserdem in Erinnerung, dass das in den Naturschutz investierte Geld zahlreiche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in verwandten Branchen schafft und erhält. «Drei Viertel der Gelder gehen für den Unterhalt von Naturschutzflächen an beauftragte Bauern, Forstdienste der Gemeinden und Grünpfleger».

Mehr zum Thema

Die fünf Schwerpunkte des Umsetzungsplans

Mit zusätzlichen Ressourcen können bei den fünf Schwerpunkten des Umsetzungsplans markante Fortschritte erzielt werden. Die Schwerpunkte sind:

  • Sicherung der schutzwürdigen Flächen abschliessen, deren Qualität erhalten und fördern
  • Trockene Magerwiesen und -weiden wiederherstellen und neu schaffen
  • Moorergänzungsflächen sichern und wiederherstellen
  • Potenzial für Biodiversität im Wald weiter nutzen
  • Gewässerraum und Revitalisierungen als Chance nutzen
     

(Medienmitteilung des Regierungsrates)

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