Direktzahlungsbeiträge

Qualitätsbeitrag

Asthaufen im Sortengarten Höri (Bild: K. Gersbach)

Im Rahmen der Biodiversitätsbeiträge werden für 16 Elemente auf zwei Stufen Qualitätsbeiträge ausgerichtet. Die Beiträge werden je Hektare oder je Baum ausgerichtet für die Erhaltung und Förderung der natürlichen Artenvielfalt auf folgenden Biodiversitätsförderflächen:

Biodiversitätsförderflächen (BFF)

früher ökologische Ausgleichsflächen (öAF): 
Extensiv genutzte Wiesen(nach Zonen abgestuft)
Wenig intensiv genutzte Wiesen(nach Zonen abgestuft)
Extensiv genutzte Weiden 
Waldweiden (Wytweiden) 
Streueflächen(nach Zonen abgestuft)
Hecken- Feld- und Ufergehölze 
Uferwiesen entlang von Fliessgewässern 
Buntbrachen(nur in Tal- und Hügelzone)
Rotationsbrachen(nur in Tal- und Hügelzone)
Ackerschonstreifen 
Saum auf Ackerflächen(Tal- u. Hügelzone sowie Bergzone I u. II)
Hochstamm-Feldobstbäume 
Einheimische standortgerechte Einzelbäume und Alleen 
Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt 
Artenreiche Grün- und Streueflächen im Sömmerungsgebiet               (Sömmerungsgebiet und -flächen im Tal- und Berggebiet; kein Vernetzungsbeitrag)
regionsspezifische BFF 
Blühstreifen für Bestäuber und andere Nützlinge

(nur in Tal- und Hügelzone;

kein Vernetzungsbeitrag)

Keine Beiträge werden für Flächen ausgerichtet,

  • für die naturschützerische Auflagen (nach Art. 18a, 18b, 23c und 23d NHG) bestehen, aber mit den Bewirtschaftern oder Grundeigentümern keine Vereinbarung über die angemessene Abgeltung dieser Auflagen abgeschlossen wurde.
  • die als Wendestreifen für die Bewirtschaftung von Nachbarflächen verwendet werden (erste 3 Meter des Anhaupts stirnseitig zur offenen Ackerfläche und zu Spezialkulturen; Flächen können auch nicht angerechnet werden).
     

Ab 01.01.2016 Begrenzung der BFF-Beiträge

  • Auf maximal 50 % der beitragsberechtigten Flächen gibt es BDB. Flächen der Qualitätsstufe II sind nicht davon betroffen.

Qualitätsstufen

 Auflagen für den Beitrag der Qualitätsstufe Q I:

▶ Keine Dünger ausbringen.

Ausnahmen: Auf wenig intensiv genutzten Wiesen, extensiv genutzten Weiden, Waldweiden, Ackerschonstreifen, Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt und BFF im Sömmerungsgebiet ist  Düngung beschränkt zulässig gemäss DZV Anhang 4.

Hochstamm-Feldobstbäume dürfen gedüngt werden

▶ Problempflanzen wie Blacken, Ackerkratzdisteln, Jakobskreuzkraut und invasive Neophyten sind zu bekämpfen. Insbesondere ist deren Ausbreitung zu verhindern.

▶ Kein Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln (PSM).

Einzelstock- oder Nesterbehandlungen von Problempflanzen sind jedoch zulässig, sofern diese nicht mit einem angemessenen Aufwand mechanisch bekämpft werden können.

Streueflächen: Einzelstockbekämpfung nicht erlaubt.

Waldweiden: PSM dürfen nur mit Bewilligung der für die Forstwirtschaft zuständigen kantonalen Stelle eingesetzt werden.

Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt: PSM sind nur beschränkt einsetzbar (gemäss DZV Anhang 4).

Hochstamm-Feldobstbäume: PSM erlaubt.

▶ Vorgegebene Schnittzeitpunkte einhalten.

▶ Das Schnittgut ist abzuführen. Ast- und Streuehaufen dürfen angelegt werden, wenn es aus Gründen des Naturschutzes oder im Rahmen von Vernetzungsprojekten geboten ist.

Ausnahmen: In Säumen auf Ackerland, Bunt- und Rotationsbrachen sowie Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt darf das Schnittgut liegen gelassen werden.

▶ Das Mulchen und der Einsatz von Steinbrechmaschinen sind verboten.

Ausnahmen: auf BFF, auf denen das Schnittgut nicht abgeführt werden muss und auf Baumscheiben von Hochstamm-Feldobstbäumen ist das Mulchen zulässig.

▶ Nur Saatmischungen verwenden, die von Agroscope für die jeweilige BFF empfohlen werden. Bei Wiesen, Weiden und Streueflächen sind lokale Heugras- oder Heudruschsaaten von langjährig bestehendem Dauergrünland vorzuziehen.
▶ Nutzungsauflagen nach Natur- und Heimatschutzgesetz können die obigen Nutzungsvorschriften ersetzen.

Qualitätsstufe II

Auflagen für den Beitrag der Qualitätsstufe Q II:

Die Anforderungen von Q I nach DZV Anhang 4 müssen erfüllt sein. Werden Q II-Beiträge ausgerichtet, so werden auf derselben Fläche auch die Q I-Beiträge ausbezahlt (für Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt und artenreiche Grün- und Streueflächen im Sömmerungsgebiet gibt es keine Q-I-Beiträge).

Der Beitrag für Q II wird bezahlt, wenn die Flächen botanische Qualität (mind. 6 Zeigerpflanzen gemäss Liste) oder die für die Biodiversität förderlichen Strukturen aufweisen.

Der Einsatz von Mähaufbereitern ist verboten.

Kantonale Präzisierungen Q2 2017

Qualitätsstufe III

Qualitätsstufe Q III wird nicht eingeführt.