Direktzahlungsbeiträge

Übergangsbeitrag (ÜGB)

Sonnenaufgang (Bild: V. Niederberger)

Der Übergangsbeitrag soll eine sozialverträgliche Entwicklung beim Übergang vom heutigen allgemeinen zum leistungsbezogenen Direktzahlungssystem sicherstellen, indem er die finanziellen Differenzen abfedert.

Der Übergangsbeitrag

  • ist betriebsgebunden und wird nur an Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen von Betrieben ausgerichtet, welche seit dem 2. Mai 2013 ununterbrochen bewirtschaftet werden.
  • wird je nach steuerbarem Einkommen und Vermögen begrenzt.
  • berechnet sich mit Hilfe eines durch den Kanton fixierten Basiswertes pro Betrieb multipliziert mit einem jährlich vom BLW festgelegten Faktor.
  • wird während voraussichtlich acht Jahren ausgerichtet und im Laufe der Jahre bei einer zunehmenden Beteiligung an den freiwilligen Programmen laufend sinken.

Der Basiswert

wird vom Kanton im Jahr 2014 einmalig für jeden Betrieb festgelegt:

Basiswert = Allgemeine Direktzahlungen vor dem Systemwechsel minus Kulturlandschafts- und Versorgungsicherheitsbeiträge (mit Ausnahme des Sömmerungsbeitrags)

Für die Bestimmung der allgemeinen Direktzahlungen vor dem Systemwechsel werden die Jahre 2011 – 2013 herangezogen. Es werden die allgemeinen Direktzahlungen desjenigen Jahres berücksichtigt, in dem der Betrieb die höchsten allgemeinen Direktzahlungen erhalten hat.

Für die Bestimmung der Kulturlandschafts- und Versorgungssicherheitsbeiträge werden die zu Beiträgen berechtigten Flächen und die Tierbestände des Betriebs des massgebenden Jahres (laut obigem Abschnitt) sowie die 2014 geltenden Beitragsansätze berücksichtigt.

Festsetzung des Basiswerts bei Betriebsänderungen

Betriebsübernahmen:
Bei der „normalen“ Übergabe eines ganzen Betriebes an einen neuen Bewirtschafter / eine neue Bewirtschafterin (gesamte Fläche und betriebsnotwendige Gebäude) wird auch der Basiswert weitergegeben. Falls ein bestehender Betrieb mit einem zusätzlichen Betrieb ergänzt bzw. vergrössert wird, gibt es keine Kumulation der Basiswerte; es gilt der höhere Basiswert. Bei einer Übergabe eines Betriebsteils kann der Basiswert nicht übergeben werden (Übergangsbeitrag wird aufgrund des bisherigen Basiswertes des eigenen Betriebs berechnet). Bei der Gründung eines neuen Betriebes wird kein Basiswert an den neuen Betrieb übergeben. Eine Teilübernahme entspricht einer Betriebsteilung (siehe unten).
Zusammenschluss mehrerer Betriebe:
Im Falle einer Betriebsgemeinschaft (BG) aus mehreren Betrieben oder Zusammenschluss zu einem einzigen Betrieb, werden die Basiswerte der beteiligten Betriebe zusammengezählt und weitergeführt, sofern die BewirtschafterInnen weiterhin als MitbewirtschafterInnen in der BG oder auf dem Betrieb tätig sind.
Betriebsteilungen:
Wird ein Betrieb oder eine Betriebsgemeinschaft geteilt, so wird der Basiswert im Verhältnis der Flächenanteile der neu anerkannten Betriebe aufgeteilt. Falls der Betrieb vor der Aufteilung nicht mindestens 5 Jahre in entsprechender Form geführt wurde, wird der Übergangsbeitrag aufgrund der eingebrachten Betriebe geteilt.
Ausstieg eines Mitbewirtschafters oder einer Mitbewirtschafterin:

Steigt ein Mitbewirtschafter oder eine Mitbewirtschafterin, der / die zuvor mind. 5 J. Mitbewirtschafter oder Mitbewirtschafterin war, aus der Bewirtschaftung des Betriebs oder der Betriebsgemeinschaft aus, so bleibt der Basiswert in bisheriger Höhe erhalten. Ansonsten reduziert sich der Basiswert anteilmässig zur Personenzahl. Die Frist von 5 Jahren gilt für Betriebsgemeinschaften und zusammengeschlossene Betriebe, die nach dem 1.1.2014 rechtskräftig anerkannt und die Basiswerte kumuliert wurden.

Grössere strukturelle Änderungen:
Reduzieren sich bei einem Betrieb die SAK um 50 % oder mehr, so wird der Übergansbeitrag im gleichen Umfang reduziert (Grundlage: SAK des Jahres, welches für die Berechnung des Basiswertes verwendet wurde). Die Reduktion wird jährlich aufgrund der aktuellen SAK beurteilt.

Begrenzung des Übergangsbeitrags

Der Übergangsbeitrag wird gekürzt

▶ ab einem massgebenden steuerbaren Einkommen von CHF 80‘000.- (direkte Bundessteuer); steuerbares Einkommen für Verheiratete um CHF 50‘000.- vermindert.

→ Kürzung: 20 % der Differenz zwischen massgebendem Einkommen und CHF 80‘000.-

▶ ab einem massgebenden steuerbaren Vermögen von CHF 800‘000.- bis 1 Mio.; steuerbares Vermögen pro SAK um CHF 270‘000.- und für Verheiratete um CHF 340‘000.- vermindert.

→ Kürzung: 10 % der Differenz zwischen dem massgebenden Vermögen und CHF 800‘000.-; Bei einem massgebenden Vermögen > CHF 1 Mio. wird kein Übergangsbeitrag ausgerichtet.

Ist eine Personengesellschaft beitragsberechtigt, so erfolgt die Kürzung anteilsmässig nach den einzelnen Mitbewirtschaftern oder Mitbewirtschafterinnen.

Massgebend sind die Werte der letzten zwei Steuerjahre, die bis zum Ende des Beitragsjahres rechtskräftig veranlagt worden sind.