Landschaftsqualität

Projekte im Kanton Zürich

Lützelsee (Bild: Hansjörg Egger)

Ab 2015 können im gesamten Kanton Zürich LQ-Massnahmen umgesetzt werden. Insgesamt 6 Projekte decken den gesamten Kantonsperimeter ab.

Die beiden Projekte „Zürcher Oberland“ und „Pfannenstil“ sind bereits 2014 in die Umsetzungsphase gestartet, die Projekte „Zürich Süd“, „Zürcher Unterland“, „Winterthur-Andelfingen“ und „Rafzerfeld“ folgten 2015.
Mehr Informationen zu den einzelnen Projekten, sowie zu den jeweiligen Landschaftstypen und den wählbaren Massnahmen finden Sie bei Ihrem Projekt. Informationen zu den umsetzbaren Massnahmen in den einzelnen Landschaftstypen finden Sie zudem auf dem GIS Browser des Kantons Zürich unter > Landschaftsqualität.

Oberland

Landschaftsqualität: Blick auf Landschaft im Zürcher Oberland (Bild: ALA DZ)


Kontakt Trägerschaft:

Albert Hess 
hittenberg@vtxmail.ch

Da der Grossteil des Zürcher Berggebietes sich über die beiden Bezirke Hinwil und Pfäffikon erstreckt, war es naheliegend, dass sich die beiden Bezirke zu einem gemeinsamen Landschaftsqualitätsprojekt zusammenschlossen. Neben dem Berggebiet umfassen diese Bezirke auch andere Landschaftstypen, die sich in den Bezirk Uster fortsetzen. So wurde der dritte Bezirk sinnvollerweise ebenfalls in das Projekt integriert.


In den hügeligen Teilen des Projektgebietes dominiert der Wechsel zwischen Wald und futterbaulicher Nutzung das Landschaftsbild. Dies macht das Gebiet für die Erholung und Freizeitgestaltung der Bevölkerung sehr attraktiv. In den Siedlungsgebieten und den grossräumigen ebenen Teilen des Projektgebietes beherrscht der Ackerbau das Landschaftsbild. Die Landschaft dient neben der intensiven landwirtschaftlichen Produktion auch der Naherholung der Bevölkerung. In den Ried- und Moorgebieten berühren sich Naturschutz, Freizeitaktivitäten und eine pflegende landwirtschaftliche Nutzung.

Pfannenstil

Landschaftsqualität: Bild Pfannenstil Lattenberg Stäfa (Bild: AKA DZ)


Kontakt Trägerschaft:

Rolf Maurer
roma@murersegg.ch
 

Der Projektperimeter umfasst die 12 Gemeinden des Zweckverbandes Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil (ZPP): Egg, Erlenbach, Herrliberg, Hombrechtikon, Küsnacht, Männedorf, Meilen, Oetwil am See, Stäfa, Uetikon am See, Zollikon und Zumikon. Die Fläche beträgt rund 100 km2. Im Jahr 2010 zählte die Region Pfannenstil 104'422 Einwohner.

Das Projektgebiet bildet sowohl landschaftlich als auch regionalplanerisch eine Einheit. Die Topographie der Region ist geprägt durch den Zürichsee und den Hügelzug des Pfannenstils. Die unteren Hanglagen Richtung See sind vornehmlich überbaut. Weite Teile des Siedlungsgebiets weisen wegen der idealen Besonnung und der attraktiven Aussicht auf See und Alpen eine hohe Wohnqualität auf. Darüber liegen landwirtschaftlich genutzte Gebiete und ausgedehnte Wälder. Tobel und unbebaute Trenngürtel, zu denen auch die Allmenden und Rebberge gehören, bilden vertikale Zäsuren im Siedlungsband entlang des rechten Seeufers. Trotz der Nähe zu Zürich umfasst die Region ausgedehnte und vielfältige Erholungsgebiete, die sehr intensiv von der regionalen Bevölkerung, aber auch von Erholungssuchenden der nahen Stadt Zürich genutzt werden. Die Distanzen aus dem Siedlungsbereich ins Grüne sind kurz. Ein dichtes Wanderwegnetz erschliesst den Erholungsraum.

Rafzerfeld

Landschaftsqualität: Rafzerfeld (Bild: ALA)


Kontakt Trägerschaft:

Rudolf Baur-Rüeger
baur.waldhof@bluewin.ch
  

Das Projektgebiet umfasst die Gemeinden Eglisau, Hüntwangen, Rafz, Wasterkingen und Wil (ZH). In den fünf Gemeinden wohnten Ende 2013 11'985 Personen. Das Projektgebiet umfasst 37,64 Quadratkilometer, davon sind rund 35% bewaldet, 17% mit Siedlungen und Verkehrsinfrastrukturen belegt und 2% werden von Gewässern und unproduktiven Standorten eingenommen (Statistisches Amt Zürich).

Das Rafzerfeld war früher ein ausgeprägtes Getreide- und Weinbaugebiet, in dem die Graswirtschaft erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Der grösste Teil des Projektgebietes liegt nördlich des Rheins. Dort liegt das «Rafzerfeld», eine der grössten offenen Ebenen des Kantons Zürich. Im Norden wird das Rafzerfeld durch einen teilweise bewaldeten Hügelzug begrenzt. Dieser ist durch Rebberge, Gehölze, Obstgärten und Magerwiesen reich strukturiert. Am Hangfuss befinden sich die Dörfer Wil (ZH), Hüntwangen, Rafz und Wasterkingen. Die beiden letztgenannten sind im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, ISOS, aufgeführt. Auch der historische Kern von Eglisau, das am Südhang zwischen Rafzerfeld und Rhein liegt, ist im ISOS erfasst.

Süd

Landschaftsqualität: Blick auf Landschaft in Zürich Süd (Bild: ALA DZ)


Kontakt Trägerschaft:

Martin Haab
martin@top-swiss.ch
 
Ernst Brändli
ernstbraendli@hotmail.ch
 

Der Projektperimeter umfasst den südlichen Teil des Kantons Zürich. Im Osten bildet der Zürichsee die Grenze, im Westen die Reuss und auf kurzer Strecke die Lorze, im Süden sind streckenweise der Verlauf der Sihl und die Grenze zum Kanton Zug die Perimeterbegrenzungen. In nördlicher Richtung endet das ins Projekt einbezogene Gebiet an der Limmat.

Die Region zeichnet sich durch grosse landschaftliche Vielfalt aus. Es finden sich mit dem Limmattal und dem Reusstal weite Flussebenen. Dazu kommen weitere wassergeprägte Landschaften, wie Moorlandschaften, Kleinseen und die eingeschnittenen Flusstäler von Sihl und Reppisch. Die bewegte Topographie spielt beinahe flächendeckend eine grosse Rolle, besonders in der Albiskette bis zum Sihlwald und in der Mittelmoränenlandschaft bei Hirzel und Schönenberg im Übergang zum Zugerland.
Ausserhalb der Waldflächen und des Siedlungsbandes entlang von Limmat und Zürichseeufer hat die landwirtschaftliche Nutzung einen hohen Stellenwert. Futterbau und Weidehaltung, Äcker und Obstkulturen sind für weite Flächen kulturlandschaftlich prägend. Die Spanne reicht von grossräumigen Fruchtfolgeflächen in den Ebenen der Reuss bis zu kleinteiligen Nutzungsmosaiken mit vorwiegend Wiesen und Weiden in den steileren Bereichen der Hügelzonen. Am linken Zürichseeufer von Horgen bis Hütten befinden sich sehr grosse Hochstamm-Obstgärten. An den langgezogenen, stark abfallenden Moränenhängen liegen unzählige Biodiversitätsflächen.
Die höchste Erhebung im Perimeter liegt mit 915 m.ü.M bei Bürglen auf der Albiskette, nahe dem Albishorn.
Zu den wichtigen Schutzobjekten im Projektperimeter gehören u.a. die Moorlandschaft Hirzel, der Türlersee mit dem oberen Reppischtal und die Halbinsel Au. Verschiedene Weiler im Knonauer Amt sind im ISOS-Inventar vertreten.
Den stark ländlich geprägten Gebieten im Knonauer Amt, am Albis und auf dem Zimmerberg steht die Siedlungslandschaft im Limmattal und an den Ufern des Zürichsees gegenüber. Ein hoher Bevölkerungsdruck, der in engem Zusammenhang mit der Verkehrsanbindung und der Infrastruktur steht, stellt die Landwirtschaft vor Herausforderungen. Die Agglomerationslandschaft dehnt sich entlang der Hauptverkehrsadern (S9, A4, A3) immer weiter in den ländlichen Raum aus.

Unterland

Landschaftsqualität: Blick auf das Zürcher Unterland (Bild: R. Fischer)


Kontakt Trägerschaft:

Severin Lamprecht
lamprechtsevi@hotmail.com

Urs Amacher
geigelmooshof@bluewin.ch
 

Das Projektgebiet umfasst die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Dietikon und Stadt Zürich. Da sich die Landschaft in den Bezirken ähnlich verhält, war es naheliegend, dass sich die Bezirke zu einem gemeinsamen Landschaftsqualitätsprojekt zusammenschliessen.
Das Projektgebiet umfasst gemäss kantonalem Richtplan (Grundnutzung) insgesamt 36'814 ha, davon ist etwas mehr als die Hälfte Wald (11'004 ha) bzw. Siedlungsgebiet (8’613 ha). 173 ha sind Gewässer, 779 ha sind als Naturschutzgebiete ausgeschieden und 185 ha als Erholungsgebiet. Rund 40% des Projektgebiets werden landwirtschaftlich genutzt, davon sind 11'524 ha Fruchtfolgeflächen. Das übrige Gebiet (764 ha) bezieht sich fast ausschliesslich auf das Flughafengelände.

Das Projektgebiet ist landschaftlich vielfältig und reicht von 334 bis 869 m. ü. M. (Üetliberg). Es beherbergt (zumindest teilweise) 6 Objekte des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN): Katzenseen, Untersee-Hochrhein, Lägerengebiet, Albiskette-Reppischtal, Irchel und Glaziallandschaft Neerach-Stadel. Das Neeracher Ried ist zudem eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Hinzu kommen 20 national bedeutende Flach- und Übergangsmoore sowie 4 Hochmoore. Die Gebiete Freienstein-Tössegg, Dättlikon-Freienstein und Oberglatt sind Auengebiete von nationaler Bedeutung. Weiter sind im Projektgebiet 38 im Inventar der national bedeutenden Trockenwiesen und –weiden verzeichnete Objekte zu finden. Inventare auf überregionaler und kantonaler Ebene führen insgesamt ca. 215 Naturschutzobjekte (inkl. etwa 25 Heckenobjekte) und gut 100 geologische / geomorphologische Objekte auf.

Winterthur-Andelfingen

Landschaftsqualität: Blick auf Landschaft in Winterthur - Andelfingen (Bild: ALA DZ)


Kontakt Trägerschaft:

Martin Hübscher 
huebscher.liebensberg@bluewin.ch
 

Das Projektgebiet umfasst sämtliche Gemeinden der zwei beteiligten Bezirke Winterthur und Andelfingen. Das Gebiet der Bezirke Andelfingen und Winterthur erstreckt sich vom Rhein bei Feuerthalen, über das Zürcher Weinland, das Stadtgebiet Winterthur, die hügeligen Gebiete um Wiesendangen - Bertschikon bis hinauf zum Hörnligebiet.

Das Zürcher Weinland wird in der Wahrnehmung meist von den typischen Reblandschaften um die schmucken Riegelhaussiedlungen geprägt. Die südexponierten Rebberge und die angrenzenden strukturreichen Landschaften auf den Hangflanken der Drumlins bestimmen die Erscheinung des Gebietes.
Der nördliche Rand des Gebietes liegt im BLN Gebiet 1412 Rheinfall. Neben dem einzigartigen Wasserfall wird im BLN Gebiet auf den besonderen Flussraum hingewiesen. Ein landschaftlich wichtiges Gebiet ist auch die Thurmündung zwischen Kleinandelfingen und Ellikon. In den landwirtschaftlich genutzten Flächen der Schwemmlandebenen herrscht die traditionell ackerbauliche Nutzung vor, sie prägt die Ebenen. Weitläufige Ackerflächen mit unterschiedlichen Kulturen breiten sich aus und lassen das Auge schweifen. Feldscheunen, meistens gut gepflegt und oft auch landwirtschaftlich genutzt, begleitet von einzelnen Baumgruppen bilden wohltuende Merkpunkte in der Landschaft. Angrenzend an die Ebenen schliessen die hügeligen, acker- und futterbaulich genutzten Gebiete an. Diesen Landschaftstyp treffen wir im ganzen Projektgebiet an. Er zeichnet sich durch sanfte Hügel mit unterschiedlichen Expositionen und Ausrichtungen aus. Kleinere und grössere Waldgebiete gliedern die Landschaft. Die Nutzung lässt Futterbau und in vielen Gebieten auch Ackerbau zu.
Gegen das Hörnli steigt die Landschaft weiter an. Die Hügel werden schroffer und die Täler steiler, grosse Gebiete sind von Wald überzogen. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen sind eher kleinräumig und meist von Wald umgeben. Dadurch sind Waldränder und Grünland eng miteinander verzahnt. Während im Weinland und in den Acker- und Futterbau geprägten Gebieten kleinere und grössere Dörfer vorkommen, hat es im Hörnligebiet Einzelhöfe und kleinere Weiler oder Dörfer. Im Tössbergland kann man die geologische Entstehung der Landschaft an den Nagelfluh- und Sandsteinbändern oder den steilen Tobel ablesen.