Periodische Wiederinstandstellung (PWI)

Die periodische Wiederinstandstellung (PWI) von Meliorationsanlagen

Der Unterhalt der Meliorationsanlagen – vorab Wege und Drainagen – muss nach erfolgtem Bau durch eine Unterhaltsorganisation sichergestellt werden. Dazu werden die Bauherrschaften mit der Annahme der Subventionen verpflichtet. An den Unterhalt werden keine Staatsbeiträge mehr bezahlt, gleichwohl kontrolliert der Kanton durch unsere Abteilung die Unterhaltsausführung und mahnt die Säumigen und lobt die Pflichtbewussten.

Nun nutzen sich die Anlagen mit der Zeit auch bei bestem Unterhalt ab. In einer grafischen Darstellung ist untenstehend dieser Vorgang (Lebenszyklus) dargestellt;



Lebenszyklus eines Weges

Abb. Schematische Darstellung; "Lebenszyklus" eines Weges

 

Der Bund definiert die PWI folgendermassen

  • Periodisch in grösseren Zeitabständen wiederkehrende umfassende Massnahmen zur Substanz- und Werterhaltung des gesamten Bauwerkes, wie Reprofilierung, Erneuerung der Deckschicht (Verschleissschicht), Überholung der Entwässerungsanlagen und von Kunstbauten. In der Regel längerfristig geplanter Einsatz schwerer Maschinen und Geräte.

Im Detail sollen folgende Arbeiten finanziell unterstützt werden

  • Kieswege: Wiederherstellung des ursprünglichen Fahrbahnprofiles (Reprofilieren) mit Aufreissen 10 – 20 cm, Ergänzung Koffermaterial ca. 10 cm inkl. Lieferung und Einbau; Erstellen neue Deckschicht (Verschleissschicht) 6 – 7 cm fest inkl. Lieferung 
  • Belagswege: punktuelles Auspacken und Nachkoffern; lokales Vorflicken und Aufschiften; Ersatz Verschleissschicht und Erneuerung Porenschluss durch Oberflächenbehandlung (einfach oder doppelt), Kaltmikrobelag oder Deckbelag inkl. Reinigung der Fahrbahn 
  • Spülen Sickerleitungen und Ableitungen mit Hochdruckgerät; Erneuerung (Reprofilieren) von Seitengräben und offenen Ableitungsgräben; Instandstellung (Ersatz) Querrinnen (Wasserspulen); Sanierung Auslaufstirnen
  • Ausholzen oder Zurückschneiden wegbegleitender Hecken; Instandsetzung von wegbegleitenden Ausgleichsmassnahmen wie Amphibien- und Kleintierdurchlässe 
  • Landwirtschaftliche Entwässerungsanlagen: Spülen von Haupt- und Sammelleitungen (Leitungen mit ø ≥ 125 mm) sowie Ableitungen (Vorflutleitungen), inkl. Suchen und Freilegen der Leitungen, wenn keine Spül- oder Kontrollschächte vorhanden sind; maschinelles Reprofilieren und Entkrauten von Entwässerungsgräben.

Die Wiederkehrperioden betragen für Kieswege 8 und für Belagswege 12 Jahre. Die Beiträge des Bundes sind vereinheitlicht nach Weglängen und Flächen bei Drainagen. Im Talgebiet wird pro Kilometer chaussierten Weg Fr. 25'000 anerkannt. Der entsprechende Beitragssatz für den Kanton Zürich beträgt 27%. Um den Verwaltungsaufwand in Grenzen zu halten fordert der Bund ein Mehrjahresprogramm und spricht die Beiträge pauschal.

Der Kanton unterstützt die PWI ebenfalls (wie schon früher) mit einem Beitrag von 30 % im Talgebiet, von 35% in der Hügelzone und von 40% im Berggebiet. Auch hier werden die Subventionen pauschal ausgerichtet. Mit der Schlussabrechnung sind aber die tatsächlichen Kosten zu belegen.

Der Bund stellt allerdings auch Bedingungen. Die PWI für Werke und Anlagen kann nur unterstützt werden, wenn

  • das landwirtschaftliche Interesse > 50% beträgt und die übrigen allgemeinen Voraussetzungen für eine Finanzhilfe erfüllt sind
  • in der Vergangenheit ein ordnungsgemässer und fachgerechter betrieblicher und baulicher Unterhalt erfolgt ist
  • allfällige frühere Subventionsbedingungen und Auflagen eingehalten worden sind, was gegebenenfalls vom Kanton zu kontrollieren und ausdrücklich zu bestätigen ist.

Nicht als PWI unterstützt wird bei Wegen eine Änderung der Art der Fahrbahnoberfläche durch Einbau einer bituminös gebundenen Deckschicht (OB, Belag) auf einem Kiesweg («Kies bleibt Kies»). Begründung: keine schleichende «Verteerung» des Wegenetzes unter dem Titel «PWI».

Unterhaltsorganisationen, welche sich für eine Beratung und Beiträge an eine PWI interessieren, erhalten bei der Gruppe Tiefbau der Abteilung Landwirtschaft nähere Auskünfte.