Bodenkundliche Grundlagen

Aufbau und Funktion des Bodens

Unter dem Begriff Boden wird hier die äusserste belebte Verwitterungsschicht der Erdoberfläche verstanden. Er reicht im allgemeinen etwa zwischen 50 und 200 cm in die Tiefe.

Ein Schnitt durch den Boden von der Oberfläche bis zum Muttergestein, ein Bodenprofil, lässt in der Regel eine Abfolge von Schichten, die Bodenhorizonte, erkennen. Je nach Horizontabfolge werden unterschiedliche Bodentypen mit verschiedenartigen Eigenschaften unterschieden. Die Horizonte, meist farblich, sicher aber in ihrem Aufbau und ihren biologischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften unterscheidbar, sind das Ergebnis der entsprechenden Bodenbildungsvorgänge; sie werden in der Bodenkunde mit Buchstabensymbolen bezeichnet.

Ein gut entwickelter Boden besteht meistens aus einer sogenannten Matrix aus organischen und mineralischen Feststoffen und aus einem Porensystem, in welchem sich neben Wasser und Luft die verschiedensten Lebewesen finden. Wichtige Bestandteile der Matrix sind Tonmineralien, Humus und Tonhumuskomplexe. Tonmineralien können Bestandteile des Muttergesteins sein oder durch die Verwitterung daraus entstehen. Humus entsteht aus der Zersetzung von abgestorbenen Lebewesen. Die Tonhumuskomplexe sind Verbindungen aus Tonmineralien und Humusbestandteilen. Die Bodenmatrix ist wichtig für den Nährstoffhaushalt des Bodens, indem sie Nährstoffe bindet, speichert und unter gewissen Bedingungen an das Bodenwasser abgeben kann. Dasselbe kann auch mit Schadstoffen geschehen. Das Porensystem regelt den Wasser, Luft und Wärmehaushalt des Bodens.