Bodenschutz und Altlasten

Lexikon und häufige Fragen

Lexikon

Graphische Darstellung eines Loches in der Erdoberfläche

Altlasten
Die Altlasten-Verordnung (AltlV) des Bundes definiert Altlasten in Art. 2 Abs. 3 als «sanierungsbedürftige belastete Standorte.» Alle nicht sanierungsbedürftigen belasteten Standorte sind also im rechtlichen Sinn keine Altlasten.

Belasteter Standort
Ort, der eine beschränkte Ausdehnung hat, und dessen Belastung von Abfällen stammt (unabhängig von Grundstücksgrenzen). Ein Eintrag im Kataster der belasteten Standorte (KbS) erfolgt, wenn eine Belastung feststeht oder mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Belastete Standorte lassen sich von ihrer Entstehung her einteilen in Ablagerungs-, Betriebs- und Unfallstandorte. Diffus durch Lufteintrag, Tätigkeiten der Landwirtschaft oder Gärtnerei belastete Böden gelten nicht als belastete Standorte im Sinne der Altlasten-Verordnung (AltlV).

Boden
Oberste, im Durchschnitt 100 cm dicke Erdschicht, die den Pflanzen als Wurzelraum und Nährsubstrat dient. Ein Boden setzt sich in der Regel aus Oberboden (auch «A-Horizont» genannt) und Unterboden (auch «B-Horizont» genannt) zusammen. Wenn dieses Material ausgehoben wird, spricht man von Bodenaushub.

Bodenbelastung
Diffus durch Lufteintrag, Tätigkeiten der Landwirtschaft oder Gärtnerei in den Boden eingebrachte Belastung.

Erdreich
Der Begriff Erdreich umfasst sowohl den Boden als auch den Untergrund.

Kataster der belasteten Standorte (KbS)
Das Umweltschutzgesetz (Art. 32c Abs. 2) und die Altlasten-Verordnung AltlV (Art. 5) verpflichten die Kantone, einen öffentlich zugänglichen Kataster der Deponien und der anderen durch Abfälle belasteten Standorte zu erstellen und zu führen. Dieser Kataster der belasteten Standorte (KbS) hat den Altlastenverdachtsflächen-Kataster (VFK) abgelöst.

Oberboden
Oberste Bodenschicht, meist 5 bis 40 cm dick, intensiv belebt (Erdgeruch), stark durchwurzelt, mit Humus angereichert, meist dunkelbraun gefärbt, locker und «krümelig». Wird auch «A-Horizont» und «Humus» genannt.

Problempflanzen
Invasive gebietsfremde Pflanzen (Neophyten) nach Anhang 2 der Freisetzungsverordnung, insbesondere der schädliche Japanknöterich. Seine Rhizome (eine Art Wurzel) reichen bis über 3 m in den Boden und kleinste Stücke davon können einen neuen Bestand begründen.

Prüfperimeter für Bodenverschiebungen (PBV)
Der Prüfperimeter für Bodenverschiebungen (PBV) ist ein Plan, auf dem alle der Fachstelle Bodenschutz bekannten gesicherten Hinweise auf Belastungen des Bodens aufgeführt sind.

Unterboden
An den Oberboden anschliessende Erdschicht, meist bis in eine Tiefe von 50 bis 150 cm reichend, gelb- bis rostbraun gefärbt. Ist gröber strukturiert, weniger stark verwittert, schwächer durchwurzelt und weniger belebt als der Oberboden. Wird auch «B-Horizont», «Roterde», «Stockerde» oder «zweiter Stich» genannt.

Untergrund
Unter dem Unterboden liegende, oft graue Schichten aus Locker- oder Festgestein, ohne aktuelle Bodenbildung und biologische Aktivität. Wird auch «C-Horizont» oder «Muttergestein» genannt. Wenn dieses Material ausgehoben wird, spricht man von Aushubmaterial.

Häufige Fragen

Wozu werden der Kataster der belasteten Standorte (KbS) und der Prüfperimeter für Bodenverschiebungen (PBV) geführt?
Die Kataster sollen schon in der Planungsphase eines Bauvorhabens auf mögliche Belastungen des Erdreichs hinweisen, damit rechtzeitig ein umweltgerechter Umgang mit dem belasteten Material in die Wege geleitet werden kann.

Bei Belastungen des Erdreichs werden aufgrund ihrer Entstehung die zwei folgenden Kategorien unterschieden:

  1. Belastungen, die von Abfällen herrühren (Ablagerungen, Betriebe, Unfälle). Sie reichen häufig bis in den Untergrund und können eine Gefährdung des Grundwassers nach sich ziehen. Diese Belastungen werden im Kataster der belasteten Standorte (KbS) aufgeführt. Wenn auf einem solchen Standort gebaut wird, erfolgt der Umgang mit belastetem Aushub nach einem kantonalen Verfahren.
  2. Übrige Belastungen, die z.B. durch den Strassenverkehr, den Einsatz von Abfalldüngern und Pflanzenschutzmitteln, langjährige Siedlungsaktivitäten usw. verursacht wurden und vornehmlich die oberen Bodenschichten betreffen. Hier ist in erster Linie die Fruchtbarkeit der Böden gefährdet. Diese Belastungen werden im Prüfperimeter für Bodenverschiebungen (PBV) aufgeführt. Wenn auf einem solchen Standort gebaut wird, erfolgt der Umgang mit belastetem Bodenaushub nach einem teilprivatisierten kommunalen Verfahren.

Auf welchen Rechtsgrundlagen beruhen die Kataster?
Der Umgang mit den belasteten Standorten ist in der Altlasten-Verordnung (AltlV) geregelt und unterliegt einem kantonalen Verfahren.

Die Verordnung verpflichtet die Kantone, die belasteten Standorte zu erfassen und in einem öffentlichen «Kataster der belasteten Standorte» (KbS) aufzuführen.

Der Umgang mit den übrigen Belastungen des Bodens ist in der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) geregelt. Unter anderem müssen die Kantone für eine gesetzeskonforme Verwertung oder Entsorgung von ausgehobenem belastetem Bodenmaterial sorgen. Dies erfolgt im Kanton Zürich nach einem kommunalen Verfahren. Als wichtigste Entscheidungshilfe zur Abklärung, ob ein Grundstück davon betroffen ist, werden im Kanton Zürich sämtliche Flächen mit begründeten Hinweisen auf Belastungen des Bodens im «Prüfperimeter für Bodenverschiebungen» (PBV) dargestellt.


Ein Grundstück ist im Prüfperimeter für Bodenverschiebungen aufgeführt. Welche Belastungen des Bodens liegen vor?
Wenn ein Grundstück im Prüfperimeter für Bodenverschiebungen aufgeführt ist, bedeutet dies, dass auf Grund der lokalen Verhältnisse (Schadstoffquellen) ein begründeter Hinweis auf eine gesetzlich relevante Bodenbelastung vorliegt. Die tatsächlich vorhandene Belastung ist in der Regel unbekannt und kann nur mit Bodenuntersuchungen ermittelt werden. Die Legende des GIS-Browsers gibt Auskunft über Schadstoffquellen und zu erwartende Schadstoffe.

Welche Folgen hat der Eintrag eines Grundstücks im Prüfperimeter für Bodenverschiebungen?
Der Eintrag eines Grundstückes im Prüfperimeter für Bodenverschiebungen hat nur dann praktische Auswirkungen, wenn im Rahmen eines Bauvorhabens Bodenmaterial aus dem Grundstück abgeführt werden soll. In diesem Fall besteht die Verpflichtung, die Belastung des Bodens abklären zu lassen und diesen – entsprechend der festgestellten Belastung – sachgerecht zu verwerten oder zu entsorgen.

Können Belastungen mit Sicherheit ausgeschlossen werden, wenn ein Grundstück weder im Prüfperimeter für Bodenverschiebungen (PBV), noch im Kataster der belasteten Standorte (KbS) liegt?
PBV und KbS bilden den Kenntnisstand der kantonalen Behörden ab. Weitere Belastungen lassen sich nie ganz ausschliessen und erfordern auch dann gesetzeskonformes Handeln, wenn sie nicht in einem der beiden genannten Verzeichnisse aufgeführt sind.

Mehr zum Thema

Kantonale Fachstellen und Bundesstellen

ALN (Amt für Landschaft und Natur), Fachstelle Bodenschutz
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AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft), Sektion Altlasten
Für Fragen rund um belastete Standorte im Kanton Zürich

BAFU (Bundesamt für Umwelt), Boden
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Interaktive Karten zu verschiedenen Themen im Kanton Zürich

Kantonale Leitstelle für Baubewilligungen
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Gesetzliche Grundlagen

Altlastenverordnung AltlV
Verordnung zur Sanierung belasteter Standorte

Aushubrichtlinie
Ökologische Anforderungen für die Entsorgung von Aushubmaterial

Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen VVEA
Informationen zu Behandlung und Verwertung von Abfällen

Umweltschutzgesetz USG
Gesetz für den Schutz und die Erhaltung des Lebensraums von Mensch, Tier und Pflanzen

Verordnung über Belastungen des Bodens VBBo
Regelwerk zur langfristigen Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit

Wegleitung Bodenaushub
Anleitung zum Umgang mit belastetem Bodenaushub