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Bodenbelastungen - Was nun?

Böden sind mitunter so stark mit Schadstoffen belastet, dass ihre Nutzung mit einer Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen einhergehen kann. Je nach Ausmass der Belastung sind dann Nutzungen einzuschränken oder die betroffenen Böden zu sanieren. Die Kantone stützen sich hierbei auf die Vorgaben und Vollzugshilfsmittel des Bundes.

Rechtliche Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen finden sich in der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) vom 1. Juli 1998. Diese setzt für eine Anzahl Schwermetalle und organische Verbindungen sogenannte Prüfwerte fest, bei deren Überschreitung die Kantone prüfen, ob die Belastung des Bodens Menschen, Tiere oder Pflanzen konkret gefährdet. Bei konkreter Gefährdung schränken die Kantone die Nutzung des Bodens so weit ein, dass die Gefährdung nicht mehr besteht (Art. 9 VBBo).
Um eine einheitliche Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zu ermöglichen hat das BUWAL (heute BAFU) im Dezember 2005 das Handbuch „Gefährdungsabschätzung und Massnahmen bei schadstoffbelasteten Böden“ herausgegeben.
Überschreiten die Belastungen gar die Sanierungswerte, so verbieten die Kantone die davon betroffenen Nutzungen (Art. 10 VBBo).

Beurteilung der Gefährdung

Ob von einem stark belasteten Boden tatsächlich eine Gefahr ausgeht, hängt nicht nur von der festgestellten Belastung, sondern auch von der Art der Nutzung ab. Massgebend ist hierbei der Aufnahmepfad des Schadstoffes, wobei die folgenden Fälle unterschieden werden:

Schadstoff-Aufnahmepfad

NutzungSchadstoff-AufnahmepfadBemerkungen
NahrungspflanzenanbauBoden→Pflanze→Mensch 
Futterpflanzenanbau

Boden(→Pflanze)→Nutztier→Mensch

Gefährdung der Nutztiere selber und/oder des Menschen über den Fleischkonsum

Nutzung mit möglicher direkter Bodenaufnahme

Boden→Mensch

Direkte Bodenaufnahme vor allem durch spielende Kinder

Die Schadstoffaufnahme durch Mensch oder Tier hängt zudem von verschiedenen Faktoren wie Schadstoffaufnahmeraten der einzelnen Pflanzenarten und -organe, Bodenverhältnisse beim Weiden oder Alter und Häufigkeit der Aufenthalte von Kindern auf belasteten Böden ab.

Massnahmen

Unter Berücksichtigung der Belastung, der Nutzung und der übrigen relevanten Faktoren erfolgt für jeden einzelnen Fall eine differenzierte Beurteilung der Gefährdung. Liegt eine konkrete Gefährdung für Menschen oder Tiere vor, ordnen die Behörden adäquate Massnahmen an, in der Regel Nutzungsvorgaben.

Faktenblätter

Auch wenn jede Gefährdungsabschätzung als Einzelfall unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten vorzunehmen ist, lassen sich typische Situation als Kombination der Belastungsursache, der vorhandenen Schadstoffe und der Art der Nutzung unterscheiden. Für diese Fälle hat die Arbeitsgruppe Interventions- und Risikowerte (AGIR), in der die Kantone AG, BE, BL, LU, SG, SH, SO, TG, ZG und ZH vertreten sind, Faktenblätter zum Umgang mit Bodenbelastungen verfasst.