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Fruchtfolgeflächen im Kanton Zürich

Was sind Fruchtfolgeflächen?

1992 hat der Bundesrat aufgrund der Erhebungen der Kantone den Sachplan Fruchtfolgeflächen (SP FFF) erlassen und den Kantonen jeweils den zu sichernden Mindestumfang zugeteilt.

Als FFF gilt das für die landwirtschaftliche Nutzung besonders gut geeignete, ackerfähige Kulturland.
Der SP FFF bezweckt den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen generell und die Ernährungssicherung im Krisenfall im Besonderen. Es geht also nicht um die aktuelle Bewirtschaftung oder Nutzung der betroffenen Böden, sondern um die langfristige Erhaltung des landwirtschaftlichen Produktionspotenzials.

Gemäss Art. 30 der Eidg. Raumplanungsverordnung obliegt die Sicherung der FFF den Kantonen.

Fruchtfolgeflächen im Kanton Zürich

Der durch den Kanton Zürich zu sichernde Mindestumfang an FFF beträgt 44‘400 ha. Das entspricht 10% der schweizerischen Fruchtfolgeflächen.

Mit Kantonsratsbeschluss vom 31. Januar 1995 wurden die FFF des Kantons Zürich erstmals in der Karte des kantonalen Richtplans als überlagernde bundesrechtliche Anordnung dargestellt.

Im Rahmen der letzten Richtplanrevision wurde auch die Festlegung der FFF im Kanton Zürich unter Einbezug der Gemeinden überarbeitet. Als Grundlage diente erstmals die Ende der 1990er Jahre fertiggestellte Landwirtschaftliche Bodenkarte 1:5‘000. Diese weist als Standortbeurteilung u.a. die landwirtschaftliche Nutzungseignung in 10 Klassen (NEK) aus, wobei folgende Zuordnungen gelten: Standorte der NEK 1 - 5 sind als FFF geeignet, Standorte der NEK 6 sind als FFF bedingt geeignet und werden flächenmässig zur Hälfte gezählt, Standorte der NEK 7 - 10 sind als FFF ungeeignet.
Neben der landwirtschaftlichen Nutzungseignung sind bei der FFF-Festlegung verschiedene Ausschlusskriterien zu berücksichtigen, insbesondere das Siedlungsgebiet gem. kantonalem Richtplan, Bau-, Verkehrs- und Gewässerzonen, 10 m Waldabstand, Kernzonen von Naturschutzgebieten, Fassungsbereiche S1 von Grundwasserschutzzonen, Flächen mit Bodenbelastungen über Prüfwert gem. VBBo und isolierte Kleinflächen < 0.25 ha.

Aktuell verfügt der Kanton Zürich über rund 44'500 ha FFF (39‘400 ha NEK 1 - 5 und
10‘200 ha NEK 6, zur Hälfte angerechnet; Stand März. 2014).

Kompensation von Fruchtfolgeflächen

Werden FFF für die Erstellung von Bauten und Anlagen beansprucht oder ausserhalb des Siedlungsgebietes gemäss kantonalem Richtplan der Bauzone zugewiesen, müssen sie kompensiert werden.
Das gilt auch für verbleibende isolierte Kleinflächen, welche unterhalb einer Grösse von 2'500 m2 nicht mehr als FFF gelten.

Für Private gilt die Kompensationspflicht derzeit ab einer Fläche von 5‘000 m2.

In der Regel ist für die Kompensation auf bereits anthropogen veränderten Böden eine entsprechende Fläche so aufzuwerten, dass sie mindestens die gleiche landwirtschaftliche Nutzungseignung hat wie die beanspruchte FFF (bauliche Kompensation, s. Schema „Landwirtschaftliche Standortaufwertung und FFF-Kompensation“).
Eine planerische Kompensation durch Rückzonung von Bauzonen ausserhalb des Siedlungsgebietes oder Anpassung des Siedlungsgebietes im kantonalen Richtplan ist möglich (Details s. Merkblatt der Baudirektion „Ressource Boden und Sachplan Fruchtfolgeflächen“, Januar 2011 und ergänzende Weisung für kantonale Amtsstellen, Mai 2011).

Bodenmaterialverwertung: Standortaufwertung und FFF-Kompensation

Landwirtschaftliche Standortaufwertung und FFF-Kompensation

Mit der Verwertung von geeignetem Bodenmaterial und bei sorgfältiger Ausführung können Standorte bezüglich ihrer landwirtschaftlichen Nutzungseignung aufgewertet werden. Die Fälle 2 bis 4 können als FFF-Kompensationen gelten, wenn auf den betreffenden Standorten keine Ausschlussgründe wie Siedlungsgebiet nach kantonalem Richtplan, Waldabstand, Grundwasserschutzzonen etc. dagegen sprechen. Falls der Standort vor oder nach der Aufwertung zur Nutzungseignungsklasse 6 gehört, kann die Fläche für die FFF-Kompensation nur zur Hälfte angerechnet werden (Fälle 2 und 4).