Amphibienschutz

Erdkrötenpaar am Amphibienschutzzaun (Bild: Andreas Baumann)

Amphibienarten leben während einem Jahr an verschiedenen Orten. Im Frühjahr, bei der Fortpflanzung, halten sie sich an stehenden Gewässern auf, wo sie ihren Laich ablegen. Den Sommer verbringen sie in feuchten Wiesen, an Waldrändern oder in Riedflächen und über den Winter verstecken sie sich meist in einem nahe gelegenen Wald. Beim Wechsel vom einen Lebensraum zum anderen legen die Tiere manchmal grosse Strecken zurück. Besonders auffallend ist dies im Frühling, wenn die Tiere vom Winterquartier in die Laichgebiete wandern. Doch oft liegt zwischen diesen zwei Orten eine Strasse, die nicht selten zur tödlichen Falle wird. Dieses "Massaker" führt zur starken Schwächung und kann langfristig sogar zum Aussterben einer Population führen. In solchen Gebieten ist es erforderlich, die Population mit Schutzmassnahmen zu erhalten.

Am häufigsten werden als Schutzmassnahme Amphibienschutzzäune verwendet. Diese werden im Frühjahr an Konfliktstellen entlang von Strassen aufgestellt und verhindern somit, dass die Tiere auf die Strasse wandern. Freiwillige Helfer sammeln 1-2 Mal pro Tag die Tiere entlang den Zäunen ein und tragen sie über die Strasse. Diese Massnahme wird im Frühjahr angewendet, weil in dieser Zeit viele Tiere zum gleichen Zeitpunkt wandern. Auf dem Weg in das Sommerquartier sind die Tiere dann aber wieder sich selber überlassen.

In den letzten Jahren wurden für die Amphibien vermehrt gefahrenfreie Durchgänge in Form von kleinen Strassenunterführungen geschaffen. Diese Unterführungen können bei allen Wanderungen der Amphibien genutzt werden. Als weiterer Vorteil ermöglichen diese Unterführungen auch anderen Tierarten, sicher auf die andere Strassenseite zu gelangen. Doch Amphibien machen nicht freiwillig einen Umweg durch eine Unterführung. Mit Leitelementen werden die Tiere an den richtigen Ort gelenkt. Nicht alle Tiere benutzen diese Unterführungen aber gleich gern. Vor allem Jungtiere benutzen die Unterführungen nur ungern oder nehmen sie gar nicht an.

Einige Zahlen:
Im Kanton Zürich gibt es rund 20 km temporäre Amphibienschutzzäune an etwa 50 Amphibienzugstellen. Pro Jahr werden so in etwa 70'000 Amphibien geschützt.