Flachmoore

Flachmoor am Pfäffikersee (Bild: Andreas Baumann)

Historischer Rückblick

Riedwiesen (Flachmoore) entstanden, weil die Bauern vor Jahrhunderten den Wald rodeten und die hervorgegangenen Riedwiesen jährlich schnitten, um Streue für den Stall zu gewinnen. In den letzten 100 Jahren sind in der Schweiz aber über 90% dieser Riedwiesen wieder verschwunden.
Auch wenn die Bedeutung abgenommen hat, findet das Erntegut bis heute Verwendung als Einstreu in den Ställen der Landwirte.

Artenreicher Lebensraum

Die 1800 Hektaren Zürcher Ried- oder Streuwiesen gehören im Kanton Zürich zu den artenreichsten Lebensräumen. Über 300 Farn- und Blütenpflanzen finden darin ideale Lebensbedingungen. 90 Arten davon sind stark gefährdet, 17 sind leider bereits ausgestorben.

Aufwändige Riedpflege

Wegen der Streu allein würde es sich für die Bauern allerdings nicht lohnen, die Riedwiesen zu schneiden und zu pflegen. Die Bauern erhalten darum vom Kanton Flächenbeiträge für die Riedpflege. Die Beiträge gewährleisten, dass zahlreiche Naherholungsgebiete im Kanton der Bevölkerung erhalten bleiben. Ohne Pflege würden die Riedwiesen in kurzer Zeit verbuschen und damit viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten zum Verschwinden bringen. Im Kampf gegen die Verbuschung kommen übrigens auch unkonventionelle Methoden zum Einsatz. Zum Beispiel weiden versuchsweise Schottische Hochlandrinder zu bestimmten Jahreszeiten im Neeracherried bei Niederglatt. Die anspruchslosen Tiere fressen Schilf, Seggen und Weidenruten, ohne dabei den Boden übermässig zu belasten. Die ersten Erfahrungen sind positiv. Dank der Beweidung brüten die Bodenbrüter Kiebitz und Bekassine wieder im Neeracherried - nachdem während mehr als zehn Jahren keine Brut der beiden seltenen Vögel mehr zu verzeichnen war!

Hauptziel: Langfristige Erhaltung

Die 1800 Hektaren Riedwiesen im Kanton Zürich sind in kleine Flächen aufgeteilt. Es handelt sich vorwiegend und sogenannte Flachmoore, in denen die Vegetation direkt in Kontakt zum mineralstoffhaltigen Grundwasser steht. Ausgedehnte Flächen - sie sind für verschiedene seltene Tierarten besonders wichtig - sind im Kanton Zürich nur noch im Robenhauserried am Pfäffikersee, am Greifensee, am Lützelsee und im Neeracherried erhalten geblieben. Die Fachstelle Naturschutz verfolgt das Ziel, bei der Bevölkerung das Bewusstsein zu fördern, dass im Interesse von Mensch und Tier die letzten naturnahen Flächen im Kanton langfristig erhalten bleiben müssen.

Weitere Schutzmassnahmen

Entwässerungen, aber auch Dünger aus dem landwirtschaftlich genutzten Land beeinträchtigen das Leben im Ried auch noch heute. Ungedüngte Umgebungszonen sind wichtige Massnahmen, um diese Flächen zu schützen.