Das Konzept

Hintergrund zur Erfolgskontrolle im Kanton Zürich

Die Notwendigkeit von Erfolgskontrollen im Natur- und Landschaftsschutz wurde bereits Ende der 70er Jahre erkannt.
Im Naturschutz-Gesamtkonzept des Kantons Zürich (1995) wird die Erfolgskontrolle als wichtiges Instrument zur Optimierung von Naturschutzprojekten aufgeführt.
Weitere Grundsätze für die Erfolgskontrolle sind im Controlling-Konzept des Regierungsrates (RR) von 1998 zu finden. Dazu gehören etwa:

  • Ziel- und Ergebnisorientiertheit: Eine Erfolgskontrolle muss dazu beitragen, dass angestrebte Ergebnisse tatsächlich erreicht werden.
  • Entscheidungsorientierung: Analyse von Entscheiden und entsprechenden Konsequenzen anhand von bekannten Auswirkungen.
  • Zweckmässige Information in einer stufengerechten Detaillierung.

Konzept der Fachstelle Naturschutz

Auf der Basis dieser Grundlagen hat die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich 2003 ein Konzept für die Erfolgskontrolle und Dauerbeobachtung im Bereich Natur- und Landschaftsschutz erstellt. Darin sind die wesentlichen Eckdaten und Schwerpunkte für die Durchführung von Projekten zur Erfolgskontrolle und Dauerbeobachtung zu finden.
Dieses Konzept stellt weiterhin die Richtschnur für die von der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich durchgeführten Projekte zu Erfogskontrolle und Dauerbeobachtung dar.

Das Konzept verankert die Vorgabe, dass eine angemessene Erfolgskontrolle Bestandteil jeder modernen Planung und Umsetzung von Projekten ist. Die Erfolgskontrolle soll laufend zur Optimierung und Verbesserung der Arbeit beitragen, indem sie messbare Ziele verlangt sowie Auskunft gibt über die Umsetzung von Massnahmen, deren Wirkung und den entsprechenden Mitteleinsatz. Entscheidend ist dabei, dass die Rückmeldungen zum Erfolg oder Misserfolg sowie zu allfälligen Verbesserungen in geeigneter Art wieder in die Arbeit einfliessen.

Berichte zu durchgeführten Erfolgskontrollen

Verschiedene Projekte zur Erfolgskontrolle sind bereits seit mehreren Jahren im Gang. Eine erste Übersicht wurde 2001 erstellt und ist im Bericht "10 Jahre Erfolgskontrolle – Die wichtigsten Ergebnisse" zu finden. Für eine aktuelle Übersicht wird auf die Projektliste der laufenden und der abgeschlossenen Projekte verwiesen.

Weitere Hinweise zu Zweck und Aufbau von Erfolgskontrollen

Für eine Erfolgskontrolle steht die Ermittlung der Zielerreichung im Vordergrund: "Wurden mit den Naturschutzmassnahmen die geplanten Wirkungen in der Natur erreicht oder nicht?"
Für eine detaillierte Analyse ist es erforderlich, dass folgende Schritte im Projektablauf unterschieden werden:

  • Wurden die Naturschutzmassnahmen (z.B. Pflegeschnitte, Gewässerneuschaffung etc.) überhaupt den Zielen entsprechend geplant, standen somit ausreichende Grundlagen zur Verfügung? (Ebene "Output" – Gegenstand der Umsetzungs- und Verfahrenskontrolle)
  • Wurden die Naturschutzmassnahmen fachgerecht und zielgerichtet ausgeführt, wurden die Akteure ausreichend informiert und in das Projekt eingebunden? (Ebene „Impact“ – Gegenstand der Umsetzungs- und Verfahrenskontrolle)
  • Ist bei den angestrebten Zielarten o.ä. ein Entwicklungstrend feststellbar, ist ein Zusammenhang mit den durchgeführten Massnahmen plausibel? (Ebene „Outcome“ – Gegenstand der Wirkungskontrolle)

Entscheidend für den Erfolg einer Erfolgskontrolle ist daher, wie gut die Erkenntnisse daraus vermittelt werden. Deshalb ist es unabdingbar, dass die Rückkoppelung der Ergebnisse und die entsprechenden Zuständigkeiten frühzeitig geklärt werden. Dies kann beispielsweise im Rahmen eines jährlichen Gesprächs zwischen den Kontrollierenden und den Umsetzenden sein.
Zu diskutierende Fragen sind beispielsweise:

  • Sind Optimierungen im Projektablauf möglich, können Erfahrungen anderer Projekte genutzt werden?
  • Waren die Voraussetzungen für eine Wirkung grundsätzlich gegeben (erfolgreiche Umsetzung), aber blieb die Wirkung auf Natur und Landschaft trotzdem aus?
  • Waren die Ziele zu hoch gesteckt oder nicht zweckmässig? (Zielkontrolle)

Verwendung der Daten bestimmen die Fragestellung einer Erfolgskontrolle und sind dadurch auch grundlegend für die Wahl von Indikatoren, Methoden und Erhebungsrhythmen. Damit steht die Frage, wozu eine Erfolgskontrolle durchgeführt werden soll, am Beginn jeder Konzeption einer Erfolgskontrolle. Häufig ist die Frage hilfreich, was überhaupt aufgrund von Erkenntnissen aus der Erfolgskontrolle geändert werden kann (Steuerungsmöglichkeiten). Besteht bei einem Projekt beispielsweise nur ein geringer Handlungsspielraum (etwa aufgrund politischer oder finanzieller Rahmenbedingungen), kann es Sinn machen, auch die Erfolgskontrolle nur auf Aussagen im Sinne "Projekt läuft grundsätzlich gut bzw. nicht gut" auszurichten. Handelt es sich dagegen um eine Situation, bei der beispielsweise die Erfolgschancen unterschiedlicher Vorgehensweisen (etwa zur Bekämpfung von Neophyten oder zur Förderung seltener Arten) abgeschätzt werden, macht wahrscheinlich eine etwas differenziertere Erfolgskontrolle mehr Sinn.