Inventar der kommunalen Schutzobjekte

Hecken und Kopfweiden in der Gemeinde Greifensee (Bild: Andreas Baumann)

Naturnahe, biologisch wertvolle Lebensräume sind stark zurückgegangen und nur noch auf Restflächen vorhanden. Wenn Lebensräume verschwinden, nimmt mit zeitlicher Verzögerung auch die Artenvielfalt ab. Die verbliebenen wertvollen Biotope sind deshalb zu schützen. Dabei handelt es sich nicht ausschliesslich um „unberührte Wildnis“, wie sie in der Schweiz nur noch in Ausnahmefällen vorhanden ist. Im Kanton Zürich sind naturnahe, schutzwürdige Kulturlandbiotope meist verbunden mit einer traditionellen Nutzung. So sind Magerwiesen, Riede und Hecken nur dank der extensiven Bewirtschaftung unseres Kulturlands entstanden und erhalten geblieben. In den verschiedenen gesetzlichen Grundlagen werden die schutzwürdigen Lebensräume definiert. Zusammenfassend lässt sich Folgendes festhalten: Als schutzwürdig werden grundsätzlich alle Biotope eingestuft, die Lebensraum für seltene oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten oder -gesellschaften bieten. Oft sind dies naturnahe Gewässer inklusive ihren Uferbereichen und der Ufervegetation, Feuchtstandorte wie Riede und Moore, Trockenstandorte und Magerwiesen, seltene Waldgesellschaften, Hecken, Feldgehölze oder wertvolle Einzelbäume. Es kann sich aber auch um Gebäude oder Gebäudeteile handeln, wenn sie als Lebensraum für geschützte Tiere wie Segler, Schwalben oder Fledermäuse bedeutsam sind. Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Wenn ein Standort wichtig für die Vernetzung von Lebensräumen ist oder wenn er besonders günstige Voraussetzungen für eine Wiederherstellung von Biotopen bildet, kann auch dieser als schutzwürdig bezeichnet werden.

Die Gemeinde hat die Aufgabe, in einem kommunalen Naturschutzinventar aufzuzeigen, wo solche wertvollen Lebensräume liegen, was sie auszeichnet und wie sie geschützt und vernetzt werden können. Inventare sind immer eine Momentaufnahme und müssen deshalb nach einer gewissen Zeit aktualisiert werden. Sie sind eine wichtige Grundlagen für die Naturschutzarbeit in der Gemeinde. Die Pflicht, schutzwürdige Biotope zu erhalten und zu schonen, besteht aber grundsätzlich auch ohne ihre Aufnahme in ein Inventar, d.h. auch nicht inventarisierte, schutzwürdige Lebensräume müssen beispielsweise bei Bauvorhaben berücksichtigt werden.
Für die inventarisierten Objekte sind anschliessend weitere Massnahmen zu treffen, um einen nachhaltigen, langfristigen, eigentümerverbindlichen Schutz und eine fachgerechte Pflege sicherzustellen. Bei akuter Gefährdung eines Objekts kann die Behörde den Grundeigentümer schriftlich über die Aufnahme seines Grundstücks ins Inventar informieren (Inventareröffnung). Dies bewirkt ein sofortiges Veränderungsverbot für ein Jahr. Im Laufe dieses Jahres müssen dann die weiterführenden Schutzmassnahmen umgesetzt werden.