Auenlandschaft an der Thurmündung

Holzsteg in den Thurauen (Bild: Robert Bänziger)

Willkommen in den Thurauen, dem grössten Auengebiet des Schweizer Mittellands

Wo die Thur in den Rhein mündet, liegen die Thurauen – mit einer Fläche von fast 400 Hektaren das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellands.

Dank dem schweizweit einmaligen Pionierprojekt «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» erhält die Thur auf den letzten Kilometern vor der Mündung wieder ein natürliches Flussbett – sie kann Mäander bilden und die umliegende Auenlandschaft bei Hochwasser teilweise überfluten.
Ergänzt durch gezielte ökologische Aufwertungen entlang dem Flusslauf und im Auenwald entstehen so neue Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen.

Mit dem Abschluss der ersten Etappe des Projekts im Sommer 2011 finden Besucherinnen und Besucher in den Thurauen vielfältige neue Möglichkeiten, die einmalige Auennatur zu erleben. Für einen ersten Einblick bietet sich ein Besuch des Naturzentrums Thurauen an.

Im Flyer finden sie einen Orientierungsplan. Zudem sind weitere Informationen zu den Revitalisierungsmassnahmen und den Biotopaufwertungen enthalten. Bestellen können Sie die gedruckte Version unter Drucksachen bestellen.

Die Thurauen sind ein Auengebiet von nationaler Bedeutung. Eine Schutzverordnung sorgt in den Thurauen für ein respektvolles Nebeneinander von Natur und Mensch. Im Gebiet selbst machen die bekannten Eulentafeln auf die Regeln aufmerksam, die es zum Schutz der Natur zu beachten gilt.

Rangerinnen und Ranger, die in den Thurauen patroullieren, sensibilisieren die Besucherinnen und Besucher für die Schönheiten der Natur und sind Ansprechpersonen bei Fragen.

Erfolgskontrollen Thurauen: Wirksamkeit des Projekts bzgl. Biodiversität

Die Wirksamkeit der Renaturierungsmassnahmen im Thurauenprojekt wird in sogenannten Erfolgskontrollen überprüft. Während 10 Jahren (2008 - 2018) wird nach einem vorgegebenen Programm die Entwicklung der Artenvielfalt in den aquatischen und terrestrischen Lebensräumen untersucht. Für die verschiedenen Lebensräume wurden Indikatorarten und -gruppen festgelegt, die Aufschluss über die Naturnähe und die Qualität der Habitate geben. Von Interesse sind dabei unter anderem die Bestandesveränderungen und die Ausbreitung von auentypischen Arten wie dem Biber oder dem Eisvogel sowie die Eignung der neu geschaffenen Lebensräume für die Etablierung bedrohter Tier-und Pflanzenarten wie Unken oder Orchideen.

Arten und Artengruppen der aquatischen Lebensräume

Die Fliessgewässer Thur und Rhein sowie die zeitweise schwankenden Auengewässer gehören zu den aquatischen Lebensräumen der Thurauen. Für die Erfolgskontrollen der Fliessgewässer wurden folgende Arten und Artengruppen gewählt: Biber, Eisvogel, Fische, aquatische Wirbellose (Köcher-, Eintags- und Steinfliegen) und Flusslibellen. In den Auengewässern wird die Entwicklung von Amphibien, Libellen sowie Wasser- und Uferpflanzen verfolgt.

Artengruppen der offenen Landlebensräume

In den neu entstandenen Trocken- und Riedwiesen und den sandigen Uferböschungen werden die Gruppen der Tagfalter, Heuschrecken und Wildbienen untersucht. Sie reagieren rasch auf die Lückigkeit des Bodens, das Blütenangebot und auf Kleinstrukturen.

Artengruppen der Waldlebensräume

Ob und wie sich wärme- und lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten ansiedeln und ausbreiten können, wird im Lichten Wald und den offenen Waldrandbereichen anhand der Flora und der Tagfalterarten untersucht.

Rahmen-Ausnahmebewilligung für Stechmückenbekämpfung

Das Amt für Landschaft und Natur hat eine Rahmen-Ausnahmebewilligung für die Stechmückenbekämpfung in den Thurauen erlassen. Sie legt die Bedingungen und Schwellenwerte für den Einsatz von BTI fest.

Zur Rahmenausnahmebewilligung gehören:

Kontakt:
Fachstelle Naturschutz
Telefon: 043 259 30 32
E-Mail: naturschutz@bd.zh.ch